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Stretchfolie günstig kaufen - da lauern einige Fallstricke


Stretchfolie für maschinelle Anwendungen wird zumeist nach €/kg abgerechnet, Handstretchfolie in €/Rolle.
Beide Abrechnungsarten scheinen auf den erste Blick simpel, also was braucht man da noch beachten ?
Man hat 2 Angebote vorliegen und kauft nach günstigstem Preis ein, dann ist doch alles gut!

Leider etwas zu kurz gedacht.

Handstretchfolie


Folgende Beispiele sollen die „Gestaltungsmöglichkeiten“ aufzeigen und die Freude etwas dämpfen eine Handstretchfolie günstig gekauft zu haben.

Zu wenig Laufmeter auf der Handstretchfolie

Anstatt der bestellten 300 Meter/Rolle sind nur 250 Meter auf der Rolle.
Lag der Verbrauch bei der 300 Meter-Rolle noch bei 10.000 Rollen/Jahr, sind es nun ca. 12.000 Rollen.
Die Rolle ist günstig eingekauft, aber effektiv entsteht ein versteckter Schaden der aber keinem auffällt.

Die Handstretchfolie ist schmäler

Anstatt in der 500 mm Breite wird die Handrolle 450 mm breit geliefert.
Die fehlenden 5 cm fallen keinem bei der Anwendung auf.
Bei der Palettenwicklung braucht man aber 1 Wicklung mehr. Der Rollenverbrauch pro Jahr steigt. "Versteckte" Kosten die keiner merkt

Die Handstretchfolie ist dünner

Die Folie wird als "Typ 23" angeboten. Das suggeriert Ihnen eine Dicke von 23µm bzw. 0,023mm.
Diese Namensgebungen wird ausgenützt um dann eine dünnere Folien "billig" anzubieten.
Für den Typ 23 wird dann eine 17µm Folie geliefert.
Der Lieferant hat dadurch im Vergleich zur 23µm Folie einen Einkaufsvorteil, den er aber nicht an Sie weitergibt.

Wareneingangskontrolle bei Handstretchfolie


Da sich kein Endanwender die Mühe einer exakten Wareneingangkontrolle macht, werden diese Varianten leidlich ausgenutzt.
Auf Stretchfolien-Angeboten sollten folgende Angaben immer enthalten sein:
Foliendicke – Folienbreite – Folienlaufmeter – Rollengewicht incl. Kern – Rollengewicht ohne Kern

Nur so können sie preislich „Äpfel-mit-Äpfeln“ vergleichen.
Ob Sie wie angeboten auch geliefert bekommen, das ist eine andere Frage. Dazu ist eine Wareneingangsprüfung nötig, die nicht ganz trivial ist. Oder wollen Sie zur Kontrolle die Handrolle im Lager einmal ausrollen? Es hat auch fast kein Betrieb ein Messinstrument, das die Foliendicke auf 1µm genau bestimmt.

Stellt man fest, dass Wareneingangsprüfungen durchgeführt werden, kann dann bei einigen Lieferungen alles stimmen. Nur bei den Folgelieferungen dann wiederr nicht mehr.

Maschinenstretchfolie


Auch bei günstig gekauften Stretchmaschinenrollen liegt der Teufel im Detail.
Maschinen-Stretch-Folien werden wie in €/kg eingekauft. Damit ist zumeist das Bruttogewicht gemeint. Also beziehen sich die kg auf "Folie inclusive Pappkern". Das ist marktüblich und erst mal nicht anrüchig. Bei Nettogewicht wäre nur die Folie gemeint.

Abrechnungsgewicht

Sie erhalten ein Angebot über 2 €/kg für Maschinenstretchfolie.
Das Angebot ist 0,15 €/kg günstiger als das vom Wettbewerb.
Nach Lieferung erhalten Sie eine Rechnung über 864kg x 2€/kg.
In den allermeisten Fällen wird die Rechnung dann einfach von der Buchhaltung bezahlt.
Vielleicht hätten Sie aber besser einmal ein paar Paletten verwogen!?
Gesagt, getan: Die Palette wiegt 817kg. Eine Europalette wiegt ca. 20 kg und das Verpackungsmaterial kann man auf ca. 5 kg schätzen. Es sind gezählt 45 Rollen auf der Palette, also wiegt jede Rolle durchschnittlich 17,6 kg.
Angebote und abgerechnet wurde ein sogenanntes Abrechnungsgewicht von 864 kg -- > 864kg x 2€/kg = 1.729.- €
Sie haben aber nur 792kg Brutto-Folie geliefert bekommen!?
Somit korrigiert sich der vermeintlich "günstige" Angebots-Preis von 2.- €/kg zu -- > 1.729.-€ / 792kg = 2.18 €/kg.

Sie haben viel teuerer als bei allen anderen Wettbewerbern eingekauft.

Seien Sie also sehr aufmerksam, welches Gewicht der Abrechnung zugrundeliegt. Wenn Sie den Begriff „Abrechnungsgewicht“ lesen, sich den Zusammenhang auf jeden Fall einmal genau anschauen.

Tara inclusive

Bei der Abrechnung nach Bruttogewicht gibt es auch findige Marktteilnehmer die Bruttogewicht mit Tara-Gewicht "verwechseln".
Die Transportsicherungen, also diverse Wellpappen, Stretchfolie um die Palette und die Palette selbst werden dann auch noch ins Brutto-Gewicht miteingerechnet. Wenn die Palette bei einer Wareneingangskontrolle gewogen werden sollte, dann hat sie genau dieses Gewicht.

Kerngewicht

Unterschiedliche Rollen und Kerngewichte lassen sich aufgrund der vielen Stretchfolienhersteller nicht vermeiden.
Das Kerngewicht muss aber bei Angebotsvergleichen unbedingt mit in den Preisvergleich einbezogen werden.

Anbieter A bietet an: 17µm, 500mm breit, 2.100m, Rollen à 17,5 kg Brutto, 1,0 kg Kerngewicht: 2,00 €/kg
Anbieter B bietet an: 17µm, 500mm breit, 1.860m, Rollen à 17,5 kg Brutto, 1,8 kg Kerngewicht: 1,96 €/kg

Zunächst scheint Angebot B günstiger. Aber rechnen wir doch mal nach:
2,00 € x 17,5kg / (17,5kg - 1,0kg) = 2,12 €/kg netto Folie
1,96 € x 17,5kg / (17,5kg - 1,8kg) = 2,18 €/kg netto Folie

Sie sehen, ein Vergleich des Netto-Folienpreises lohnt sich! Anbieter A ist definitiv günstiger.
Den Pappkern bekommt der Folienhersteller ja auch nicht geschenkt und er muß ihn deshalb auch in seine Verkaufspreise einrechnen. Nur ist 1kg Pappe im Einkauf deutlich günstiger als 1kg Kunststoff!

Kg ist nicht gleich kg, diverse Marktteilnehmer kennen da keine Grenze in ihrer Kreativität.
Kerngewichte gibt es dafür reichlich von 0.8 bis 2.0kg

Foliendicke

Ihr aktueller Einkaufspreis für 20µm x 500mm x 17,5 kg mit 1,2 kg Kern liegt bei 1,80 €/kg brutto
Ein neues alternatives Preisangebot liegt bei 1,71 €/kg brutto.
Geliefert wird dann eine 17,5kg Rolle und auch auch das Kerngewicht liegt bei 1,2kg.
Auch im netto-Folien Preis ergibt sich bei gleichem Kerngewicht ein Kostenvorteil.
Alles gut?
Würden Sie die Dicke nachmessen, dann läge die aber bei 23µm.
Da nach wie vor gleich viel Laufmeter um die Palette gewickelt werden ist das Angebot zu 1,71 €/kg zu Ihrem Schaden.
Denn, auch wenn Sie in beiden Fällen netto 17,5 - 1,2 = 16,3kg Folie beziehen, sind auf der 23µm Rolle weniger Laufmeter.

Auch bei Maschinenrollen sollten die Angebote folgende Parameter enthalten:
Foliendicke – Folienbreite – Folienlaufmeter – Rollengewicht incl. Kern – Rollengewicht ohne Kern

Nur so können sie preislich „Äpfel-mit-Äpfeln“ vergleichen, indem sie die €/kg-netto Preis vergleichen. Nur der ist ausschlaggebend für Ihre Verpackungskosten. Gleich viel Laufmeter um die Palette gewickelt vorausgesetzt.

Netto Stretchfolienpreis


Verwenden Sie zur Berechnung folgende Formel:

€/kg-brutto x Rollengewicht brutto = Rollenpreis
Rollenpreis dividiert durch Rollengewicht netto (also brutto Rollengewicht minus Kerngewicht = das reine Foliengewicht der Rolle)
= €/kg-netto

Nur über den €/kg-netto Preis, vergleichen Sie preislich "Äpfeln mit Äpfeln".

Bei gleichem brutto Rollengewicht ist eine Rolle mit einem sehr schweren Kern in der Herstellung günstiger als eine Stretchfolienrolle mit sehr leichtem Kern. Pappe ist wie gesagt günstiger als Kunststoffgranulat.
Eine möglichst schwere Rolle mit leichtem Kern, das sollte man anstreben.
Sie müssen dann weniger leere Kerne entsorgen.
Die Wechselintervalle für die Maschinenrolle reduzieren sich dann auch. Das ist gut, den beim Einfädelvorgang jeder neuen Maschinenrolle fällt ja auch mehr oder weniger Einfädelabfall an.

Folienqualitäten


Ob Sie bei Ihren Betrachtungen die gleiche Folienqualität miteinander vergleichen, das ist ein ganz anderes Thema

Wer aber trotzdem mal rechnen will, der merkt sich am besten folgende Formel für transparente Stretchfolie:

Breite [m]x Dicke [m]x Länge [m] x Dichte [kg/m3] = netto Folie [kg]
0.50.000023300920=3.174

10µm = 0.000010m

Die Dichte von 920kg/m3 gilt nur für transparente Folie. Farbige Folien haben aufgrund der eingesetzten Farbpigmente eine andere Dichte.

Gerne helfe ich Ihnen bei der Bewertung von Stretchfolien- Angeboten auch weiter und freue mich auf eine Kontaktaufnahme.


Weitere hoffentlich nützliche Hinweise auf der Portalseite STRETCHFOLIE.

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