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Rückstellkraft einer Stretchfolie?


Man hat Kartons mit Ware auf einer Palette mit Stretchfolie eingewickelt. Dann kommt man am nächsten Tag in die Firma und siehe da, alle Kartons sind an den 4 Ecken der Palette so eingedrückt, dass man die Palette so nicht mehr verkaufen kann und alles neu verpacken muss.

Da hat sich die Stretchfolie wohl über Nacht zusammengezogen und dabei ihre Druckkraft auf die Kartons verstärkt!

Nein, das hat sie nicht.
Das ist der Mhytos der Rückstellkraft der durch die Stretchwelt geistert.
Sie hat sich nicht über Nacht immer weiter zusammengezogen und dabei immer mehr Druck (Rückstellkraft) auf die Kartons aufgebaut.

Ja, der Karton ist schließlich kollabiert. Er konnte dem Druck durch die Stretchfolie nur eine gewisse Zeit widerstehen. Irgendwann in der Nacht hat der Karton "aufgegeben".

Physikalisch gesehen gilt frei nach Fisherman's Friend: „ Ist sie - die Stretchfolie - zu stark, bist du - Karton - zu schwach“!!!

Wie folgende Messung zeigt, ist sogar das Gegenteil der Fall.
Die Stretchfolie baut den von ihr ausgeübten Druck mit der Zeit sogar etwas ab:

Stretchfolien Haltekraft über die Zeit Abb.1: verschiedene Folien - 12 U/min - Bremskraft 100% - Vordehnung 300% - 3 Folienlagen
alle Messungen durchgeführt mit einer Robopac Rotoplat 708

Physikalisch gesehen stehen die Molekülketten der Stretchfolie unter Spannung. Können die Molekülketten einer Stretchfolie diese Spannung abbauen, dann machen sie das auch, wie man in der Graphik gut erkennt.

Man erkennt sogar Unterschiede im Spannungsabbau. Dabei wurden alle 3 Stretchfolien unter den exakt gleichen Einstellungen des Stretchfolien- Wicklers um die Palette gewickelt.

Die steife Stretchfolie, die mit 13,6 kg anfangs unter der höchsten Spannung stand, baut nur 1.3 kg ab und bleibt dann konstant in der Haltekraft.
Die mittlere Type, die anfangs unter 13.2 kg Spannung stand, baut hingegen sogar 3.3 kg ab und es sieht so aus, das die Haltekraft noch weiter abbaut.

Ei wie ist das denn zu erklären ?

Je stärker die Molekülketten durch eine vorherige Dehnung schon ausgerichtet sind, umso weniger Möglichkeit haben die Ketten sich durch weitere Dehnung mit der Zeit zu "entspannen".

Vollständig ausgerichtete (ausgedehnte) Molkülketten können die Spannung unter der sie stehen gar nicht mehr abbauen, es sei denn sie reißen. Auch das ist ja eine Form des Spannungsabbaus. Wem ist nicht schon mal der Geduldsfaden gerissen. Wir wissen, auch hilfreich für einen Spannungsabbau.

Man kennt das extrem stabilen Trageband an den 1,5 Liter Mineralwasser Six-Packs. Es muss immerhin eine Kraft von ca. 9.5 kg aushalten. Wie wir beim Tragen bemerken, es dehnt sich nicht und reißt auch nicht. Grund sind die maximal ausgedehnten Molekülketten in der Tragebandfolie.

Es ist also nicht sinnvoll, eine, aufgrund ihrer Rezeptur hochdehnfähige Stetchfolie, mit einer sehr geringer Vordehnung um die Palette zu wickeln, wenn man Haltekraft aufbauen will.

Die Stretchfolie hat dann noch genügend "Dehnreserven", um die Spannung unter der sie steht, abzubauen. Die anfänglich gute Haltekraft verringert sich dann mit der Zeit.

Fazit: Damit eine gewünschte Haltekraft auch dauerhaft an der Palette wirkt, muss die Stretchfolie mit der für sie richtigen Vordehnung um die Palette gewickelt werden.

Das wurde in obigem Beispiel bei der 300%-Type versäumt. Auch diese Stretchfolie könnte eine hohe Haltekraft aufbauen, allerdings nicht unter obigen Bedingungen.

Ganz anders die steife Stetchfolie, die zeigt den geringsten Spannungsabbau, auf ein dann konstantes Niveau. Der Spannungsabbau der beiden anderen Stretchfolien ist auch nach 10 Minuten noch nicht ganz abgeschlossen.

Bei der Auswahl der richtigen Stretchfolie, passend zur Palettensicherungsaufgabe und vorhandener Stretchwickeltechnik helfe ich gerne weiter. Sprechen Sie mich an.



Weitere hoffentlich nützliche Hinweise auch auf dem STRETCHFOLIEN-Einkaufsratgeber.

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Rückstellkraft einer Stretchfolie